Im Folgenden stellen wir euch typische Pfiffe, die passenden Pfeifen und die dazugehörigen typischen Übungen vor, die für die Konditionierung auf die Pfeife trainiert werden.

Unsere Empfehlung: Kommen und Stoppen sind zwei komplett unterschiedliche Übungen. Um eine ritualisierte Reaktion auf den Pfiff zu konditionieren, fällt dem Hund das Training am leichtesten, wenn für das Kommen ein gänzlich anderer Pfeifton verwendet wird, als für das Stoppen.
Es kann allerdings gerne ein und derselbe Pfeifton – nur anders gepfiffen – für unterschiedliche Komm-Varianten verwendet werden: z.B. mehrfach kurz als „normaler“ Komm-Pfiff und ein wellenartiger Pfiff als Notfallrückruf, der besonderes Futter ankündigt.

In beiden Fällen möchten wir ja, dass der Hund möglichst schnell umdreht und zu uns rennt, insofern entsteht hier kein Bewegungskonflikt. Beim Stoppen hingegen soll der Hund eine Vollbremsung einlegen und da bleiben, wo er gerade ist. Somit kann der ambitionierte Hundeführer natürlich auch z.B. 1 x lang den Triller als Platz-Signal verwenden und 2 x kurz den Triller als Sitz-Signal. Normalerweise reicht aber sowohl ein gut funktionierender Komm-Pfiff als auch eine Variante des Stoppens aus.

Die Pfeife sollte immer griffbereit über der obersten Kleidungsschicht am Hals hängen – nur so kann ich sie punktgenau nutzen, also so schnell pfeifen, dass der Hund sich noch nicht allzu weit entfernt hat.

Vorteil der Pfeife ist, dass der Hund sie nachweislich leichter aus Geräuschkulissen herausfiltern kann, als die Stimme. Außerdem lässt sich die Pfeife gut auf andere Familienmitglieder übertragen, die vielleicht ansonsten keine Ambitionen haben, mit dem Hund zu üben.

Typischer Pfiff
Pfeifenname
konditionierte Übung
mehrfach kurz, wellenartig oder langgezogen
alle hohen Töne (z.B. Acme 211.5 oder 210.5, schmale Seite der Büffelhornpfeife, Aluminiumpfeifen wie z.B. Munkee)
Superschlachtruf (Notfallsignal), normaler Rückpfiff = Komm-Pfiff, Bungee-Rückruf, doppelter Rückruf, Umkehrsignal, Arbeitspfiff, Signal zum Losrennen/„HF hetzen“ oder andere Ankündigungen wie Spiel mit der Hetzangel
mehrfach kurz, wellenartig oder langgezogen
Triller (z.B. breite Seite der Büffelhornpfeife mit Kugel drin, Schiedsrichterpfeife)
Stopp-/Steh-Pfiff, Sitz-Pfiff (mit oder ohne Abbruch), Platz-Pfiff
mehrfach kurz (ggf. auch in Abständen von mehreren Sekunden bis Minuten)
alle hohen Töne (z.B. Acme 211.5 oder 210.5, schmale Seite der Büffelhornpfeife, Aluminiumpfeifen wie z.B. Munkee)
Ankern beim doppelten Rückruf oder Lotsen-Pfiff für jagdlich geführte Hunde, die bei der Drückjagd zu ihrem HF zurückfinden sollen
mehrfach kurz oder wellenartig
Pfiff für die kleine Suche beim Dummytraining
ein einzelner kurzer Pfiff
schmale Seite der Büffelhornpfeife/hoher Pfiff
Wende-Pfiff

Anmerkung:
Beim Dummytraining wird ausschließlich mit einem Pfeifton gearbeitet, damit der HF die Pfeife dauerhaft im Mund behalten kann. Für das Lernen des Hundes ist das NICHT optimal! Verwendet wird als Pfeife die Acme 211.5. Es gilt: 2 x kurz = Komm-Pfiff, 1 x lang = Stopp- oder Sitz-Pfiff, wellenartig oder mehrfach sehr kurz hintereinander = Pfiff für die kleine Suche.

Die Pfeifen-Konditionierung ist Bestandteil der Ausbildung im Zusatzmodul Jagdverhalten. 

Für private Hundehalter erhalten die Teilnehmer Anleitung bei den entsprechenden Seminaren sowie im Training bei Anke Lehne und Pia Gröning.

Der Aufbau des Bungee-Rückrufs ist außerdem kostenlos im Trailer des Antijagdtraining-Onlinekurses zu sehen.

Hier die Video-Beratung von unserer Dozentin Pia Gröning zur Auswahl der passenden Pfeife: