Im Folgenden erläutern wir euch einzelne Begriffe aus Jagdhund-Rassebeschreibungen, die aus der "Jägersprache" stammen. Wir erklären, was damit gemeint ist und zeigen Möglichkeiten auf, wie der eigentliche Einsatzbereich des jeweiligen Jagdhundes für Nichtjäger abgewandelt werden kann.
Auf diese Weise kann der Hund sehr nah an seinen ursprünglichen Aufgaben beschäftigt werden und seinen natürlichen Neigungen folgen. Umsichtig durchgeführt, darf er so seine Veranlagung ausleben, ohne dass es dabei zu Konflikten mit Jägern/Jagdpächtern kommt oder das unerwünschte Jagdverhalten weiter ausgebaut werden kann.

Ritualisierte Handlung (früher tatsächlich hochheben und wegtragen), um einen Hund bei eigentlich korrekter Arbeit aus einer selbstbelohnenden Sequenz positiv unterbrechen zu können. Schweißhunde werden von der gerechten (korrekten) Fährte abgetragen, wenn die bis dahin richtige Arbeit wegen äußerer Umstände (vorerst) beendet werden muss. Vorsteher werden aus dem Vorstehen abgetragen, wenn das vorgestandene Stück Wild nicht erlegt werden kann/darf.

Die Stelle, an der sich das Wild befand, als es beschossen wurde.

Gefundenes Wild mit angepasstem Griff auf direktem Weg dem Hundeführer zutragen.

Dummies oder auch Spielzeug verstecken, suchen und bringen lassen.

Mit Dackel oder Terrier den Fuchs, Dachs oder das Kaninchen aus ihrem Bau treiben und erlegen.

Zergelspielzeug oder Futterdummies in Röhren verstecken. Suchen lassen, anschließend damit noch spielen.

Bezeichnet entweder die Ohren des Hundes oder bei Schweißhunden das Alter. Der Schweißriemen hieß früher auch Hängseil, ein Hund im 1. Behang erlebt gerade sein erstes Einsatzjahr, ist entsprechend in seinem zweiten Lebensjahr, also ein Jahr alt.

Vorstehhund, der ohne Wildwitterung vorsteht

Vorstehhund, der vorhandene Wildwitterung ignoriert und nicht durch Vorstehen anzeigt

Verletzung der oberen Bodenschicht durch z.B. flüchtendes Wild. Erd- und Pflanzenteile werden verschoben, dabei Pflanzen und Mikroorganismen verletzt.

Hunde der FCI-Gruppe 6, sie suchen weiträumig und anhaltend nach Fährten von Wild und arbeiten diese dann lang anhaltend (bis zu mehreren Stunden) mit Fährtenlaut aus.

Kleinräumige Stöbersuche in etwa kniehohem Bewuchs auf Niederwild im Bereich 30 m vor dem Hundeführer. Vorstehhunde zeigen durch Vorstehen an, andere Jagdhunderassen stöbern das Wild auf.

Sehr kleine Dummies (125 g) oder andere Gegenstände in knöchelhoher Wiese verstecken, den Hund diese suchen und anzeigen lassen.

Der Hund bellt, während er ein Stück Schalenwild ohne Sichtkontakt verfolgt.

anhaltender Spurlaut einer oder mehrerer Bracken

Hoden

Wild, das früher nur vom Hochadel erlegt werden durfte: Schalenwild (außer Rehwild), Auerwild, (ehemals auch Stein- und Seeadler, Bär, Wolf)

siehe Bracken

Der Hund markiert, er zeigt Wild (oder Witterung) an. Bei den Retriever-Führern ist das Wort dem englischen "to mark" (sich etwas merken) entliehen und meint, dass der Hund sich verschiedene Fallstellen von Wild im Gelände merken kann.

Der Individualwitterung eines kranken Stück Wild (angeschossen, angefahren) am langen Riemen folgen, bis es entweder tot aufgefunden wird oder vor dem Hund flüchtet. In diesem Fall wird der Hund geschnallt, muss es hetzen und dann entweder niederziehen oder stellen, damit der Jäger es erlösen kann.

Mantrailing, Pettrailing, Spurensuche auf Würstchenwasser oder andere Aromen.

Urin absetzen

Wild, das früher auch von Jägern abseits des Hochadels erlegt werden durfte – alles Wild, das nicht zum Hochwild zählt.

Mit dem Vorstehhund weiträumig ein Feld absuchen. Dabei pendelt der Hund im vollen Galopp in einem Abstand von ca. 30 m vor dem Hundeführer 50 - 100 m links und rechts zum Feldrand. Findet er Wild, zeigt er es durch Vorstehen an.

Auf abgeernteten Feldern oder gemähten Wiesen Dummies/Gegenstände verteilen und suchen lassen, wahlweise mit Anzeige oder Apport.

Kennzeichnet Hunde, die Raubzeug (Tiere, die lt. BJagdG nicht zum Wild gezählt werden und Nutzwild beeinträchtigen - z.B. Katzen) und Raubwild (z.B. Fuchs, Dachs, Marder) greifen und töten wollen.

10 - 15 m lange Leine, meist ohne Karabiner sondern mit Schnalle (kein versehentliches Lösen möglich, kein metallisches Klappern).

Schalen = Klauen: Paarhufer wie Rot-, Dam-, Sika-, Reh-, Muffel-, Gams-, Steinwild.

Prüfungsfach für Jagdhunde, simuliert die freie Suche nach einem beschossenen Stück Niederwild. Ein Helfer zieht totes Wild an einer Schnur hinter sich her und legt es nach 200 - 300 m ab. Der Hund wird vom Hundeführer frei am Anschuss angesetzt, läuft die Spur alleine aus und apportiert das gefundene Wild.

Statt Wild wird ein Dummy oder Futterdummy verwendet.

Geschlechtsteil der Hündin

Den Hund ableinen.

Siehe Nachsuche

Der Hund bellt, während er ein Stück Wild mit Sichtkontakt verfolgt.

Hunde, die alle denkbaren jagdlichen Einsatzmöglichkeiten eines Hundes bis zu einem gewissen Grad abdecken können - meist werden damit Teckel und Terrier bezeichnet.

Der Hund bellt, während er einen Fuchs oder Hasen ohne Sichtkontakt verfolgt (nur bei Bracken nennt man diesen Laut auch Fährtenlaut).

Wild hoch machen, dass es flüchtet

Der Hund bedrängt das Wild ausdauernd so eng und scharf, dass es stehenbleibt und vom nachfolgenden Jäger erlegt werden kann.

Freie, weiträumige Suche (mehrere hundert Meter Umkreis) im Wald nach Wild bzw. Fährten. Diese werden dann lauthals bellend verfolgt.

Tradierte, nicht abwertend gemeinte Bezeichnung für eine Einheit Wild.

Nachsuche auf ein bereits verendetes Stück Wild.

Wildgeruch durch ausgeprägtes Verharren anzeigen (der Hund wirkt wie erstarrt). Eine für
Vorstehhunde selbstbelohnende Verhaltensweise.

Anhaltendes Bellen eines geschnallten Hundes, ohne Wildwitterung in der Nase oder Sichtkontakt zu Wild zu haben.

Jagd auf Enten, Gänse etc. in und an Gewässern. Der Hund soll diese im Bewuchs suchen und aufstöbern, nach dem Schuss soll er sie suchen und apportieren.

Suchen, Finden und Apportieren von Dummies - allerdings nur im freien Wasser, Bewuchs ist aus Rücksicht auf dort lebende Tiere zu meiden.